: Grußwort von Schirmherr Ulf Fink
: Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit
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Mehr als 250 Interessierte besuchten den Gefäßtag des Gefäßzentrums Berlin-Brandenburg (Evangelisches Krankenhaus Hubertus) und der Amputierten-Initiative. Die Veranstaltung am 2. Dezember 2006 stand unter der Schirmherrschaft von Ulf Fink, Senator a.D., dessen Grußwort ebenso verlesen wurde wie das Grußwort von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit.
„Dass das Evangelische Krankenhaus Hubertus gemeinsam mit der Amputierten-Initiative e.V. auch in diesem Jahr wieder in der Urania einen Berliner Gefäßtag veranstaltet, begrüße ich sehr. Die große Resonanz an den ersten beiden Gefäßtagen hat gezeigt, wie rege das Interesse der Berlinerinnen und Berliner an einer solchen bürgernahen Informationsveranstaltung ist“, betonte Wowereit in seiner Ansprache.
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Auch Dr. med. Clemens Fahrig, Leiter des Gefäßzentrums im Evangelischen Krankenhaus Hubertus und Chefarzt der Inneren Medizin, freute sich über das große Interesse. Gefäßerkrankungen werden oft nicht ernst genommen, bergen jedoch ein hohes Risiko. „Vor allem die so genannte Schaufensterkrankheit, deren Name allein schon verharmlosend ist, weist neben den Tumorerkrankungen die höchste Sterblichkeitsrate auf. Deshalb sollte jedes Anzeichen Anlass sein, einen Arzt zu konsultieren, der beispielsweise die Laufstrecke und Durchblutung der Beine messen kann.“
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Behandelt werden können derartige Erkrankungen durch medikamentöse aber auch operative Verfahren. „Sinnvoll ergänzt wird die Therapie durch eine entsprechende Sportgruppe“, betonte Gefäßsporttrainer Dr. rer. nat. Frank-Timo Lange. Unter fachkundiger Anleitung ließen sich mit speziellem Lauftraining, Muskeldehnungsübungen, Gymnastik am Boden und im Wasser die Durchblutung verbessern und die Gehstrecke verlängern.
Eine Möglichkeit, Verschlüsse und Verengungen der Gefäße zu behandeln, sind Maßnahmen wie die Ballondilation und die Einbringung von Stents. Über deren Einsatzmöglichkeiten informierte der Interventionelle Radiologe, der Leitende Oberarzt Dr. med. Dirk-Roelfs Meyer.
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Oberarzt Dr. med. Titus Verdenhalven, berichtete über Verwendung und Lebensdauer des Bypasses bei der „Schaufensterkrankheit“. Diese operative Therapie werde vor allem bei langen Verschlüssen erforderlich. Die Funktionsdauer von Bypässen im Beckenbereich liege bei zehn bis 15 Jahren, wodurch bei rund 50 Prozent aller Fälle keine weiteren Maßnahmen notwendig seien.
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Häufig gehen mit Gefäßerkrankungen auch chronische Wunden einher. „Heute können wir dank neuer Erkenntnisse und Konzepte gute Behandlungserfolge durch eine entsprechende Pflege der Wunde erzielen“, berichteten Dorothée Vierig und Kathrin Dinglinger.
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Wie wichtig eine auf die Gefäßerkrankung spezialisierte medizinische Betreuung, also eine schnelle und exakte Diagnosestellung sowie die anschließende Therapie ist, darauf verwies Dagmar Gail. Die Vorsitzende der Amputierten-Initiative e. V. betonte, dass deren vornehmste Aufgabe die Patientenwegweisung zum entsprechenden Facharzt sei, um Amputationen, Schlaganfälle und Herzinfarkte zu minimieren. Dazu zählte sie die Angiologen, aber auch Diabetologen und Gefäßchirurgen. „Von den etwa 60 000 Beinamputationen und 15000 Armamputationen sind rund 87 Prozent Folgen der Gefäßerkrankung“, fügte Dagmar Gail hinzu.
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Über mögliche Ursachen sowie Früh-Symptome des Schlaganfalls informierte Oberarzt Dr. med. Jörg Eberhardt. „Etwa 30 bis 35 Prozent aller Schlaganfälle gehen auf das Konto von Embolien, die in anderen Körperregionen entstanden sind. Deshalb sollten Betroffene mit Durchblutungsstörungen in den Beinen auch immer die Halsschlagader untersuchen lassen.“ Zugleich beschrieb Dr. Eberhardt die große Bandbreite an Symptomen: Sehstörungen, Taubheit im Arm, Gedächtnisstörungen, motorische Störungen, Schwindel, Depressionen sowie Bewusstseinsverlust.
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Wie die Einengung der Halsschlagader behandelt werden kann, beantwortete Dr. med. Christoph Albiker, Chefarzt der Gefäßchirurgie, in seinem Vortrag.
Wenn bereits Symptome für einen drohenden Schlaganfall vorliegen, könnten verschiedene Therapiemöglichkeiten in Frage kommen. Dazu zählen der Einsatz eines Patchs (Flicken), die Ausschabung sowie die Teilstückentfernung (bei Verschlingungen).
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Im Anschluss der Vorträge nutzten viele die Gelegenheit, sich an den Infoständen im Foyer der Urania umzuschauen. Am Arterio-Mobil konnte die Besucher kostenlos Durchblutungsstörungen messen lassen.
Der 4. Berliner Gefäßtag findet am 1. Dezember 2007 in der Urania statt.
Mit dem 3. Berliner Gefäßtag in der Urania leisten das Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg im Ev. Krankenhaus Hubertus und die Amputierten-Initiative e.V. einen außerordentlich wichtigen Beitrag zur Aufklärung über Ursachen und Folgen schwerwiegender Gefäßerkrankungen. Sechs Millionen Bundesbürger leiden unter Störungen der Durchblutung, die in schlimmen Fällen oft die Amputation der betroffenen Gliedmaßen zur Folge haben. Zwischen 40.000 und 60.000 Menschen ereilt dieses Schicksal jedes Jahr.
Diese Zahlen führen uns vor Augen, wie wichtig die Prävention im Kampf gegen diese Krankheiten ist. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und vor allem der Verzicht auf das Rauchen minimieren das Risiko einer Gefäßerkrankung.
Wenn sich die typischen Beschwerden einstellen, gilt es schnell und konsequent zu handeln. Dafür muss sowohl bei Patienten wie bei Ärzten das Bewusstsein für diese Erkrankungen und damit die Wachsamkeit gegenüber den ersten Anzeichen geschärft werden. Eine frühe, adäquate Behandlung kann eine Amputation verhindern. Welche medizinischen Möglichkeiten es inzwischen gibt, wird auf dem 3. Berliner Gefäßtag anschaulich dargestellt.
Die heutige Veranstaltung widmet sich nicht nur der Prävention und Behandlung von Gefäßerkrankungen, sie wendet sich auch an Amputierte. In dieser schwierigen Lebenssituation benötigen die Betroffenen und ihre Angehörigen Beratung und Hilfe. Dafür setzt sich die Amputierten-Initiative in beispielhafter Weise ein. Ihrem engagierten Einsatz ist es zu verdanken, dass den von Amputation beeinträchtigten Menschen mit Rat und Tat zur Seite gestanden wird und gleichzeitig die breite Öffentlichkeit sowohl über die Gefahren als auch die Behandlungsmöglichkeiten immer besser aufgeklärt wird. Diese Leistung verdient Respekt und Anerkennung.
Herzlich danken möchte ich Allen, die am Zustandekommen des 3. Berliner Gefäßtages beteiligt sind. Den Veranstaltern wünsche ich ein reges Interesse des Publikums, den Besucherinnen und Besuchern interessante Gespräche und Begegnungen.
Ihr
Ulf Fink
Dass das Evangelische Krankenhaus Hubertus gemeinsam mit der Amputierten-Initiative e.V. auch in diesem Jahr wieder in der Urania einen „Berliner Gefäßtag“ veranstaltet, begrüße ich sehr. Die große Resonanz an den ersten beiden Gefäßtagen hat gezeigt, wie rege das Interesse der Berlinerinnen und Berliner an einer solchen bürgernahen Informationsveranstaltung ist.
Viele Menschen erkennen die ersten Anzeichen einer Gefäßerkrankung nicht. Symptome wie etwa schmerzende Beine werden oft nicht ernst genug genommen. Das hat häufig zur Folge, dass mögliche Therapien erst sehr spät eingeleitet werden können. Dabei lassen sich dramatische Konsequenzen einer Gefäßerkrankung wie beispielsweise Schlaganfälle oder Amputationen vielfach vermeiden, sofern die Behandlung rechtzeitig erfolgt. Auch ein gesunder Lebensstil spielt hier eine große Rolle. Deshalb ist eine engagierte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit so wichtig.
Hier in Berlin gibt es eine ganze Reihe medizinischer Einrichtungen, die über hervorragende Möglichkeiten zur Behandlung von Gefäßerkrankungen verfügen. Das Gefäßzentrum im Evangelischen Krankenhaus Hubertus ist dafür das beste Beispiel. Auch die Amputierten-Initiative trägt viel dazu bei, die Bevölkerung über Risikofaktoren und bestmögliche Therapiekonzepte zu informieren. Dafür sage ich herzlichen Dank.
Zugleich danke ich allen, die den „3. Berliner Gefäßtag“ organisiert haben und wünsche den Besucherinnen und Besuchern informative Stunden in der Urania.
Klaus Wowereit
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