Gefäßzentrum
im
Ev. Krankenhaus Hubertus
Dr. med. Clemens Fahrig
Spanische Allee 10-14
14129 Berlin
Tel (030) 81008-223
Fax (030) 81008-135
Email
c.fahrig@ekh-berlin.de

Mittlerweile arbeitet das Gefäßzentrum „Berlin-Brandenburg“ im EKH seit fast 4 Jahren und hat sich in der Berliner gefäßmedizinischen Landschaft hervorragend positioniert. Seit 2 Jahren (Anfang 2006) erbringen wir die meisten gefäßchirurgischen Eingriffe im Berliner Raum trotz großer Konkurrenz. Die Senatsstatistik führt uns gefäßmedizinisch auf Platz 2 hinter der Charité, wobei die Gefäßchirurgie auf Platz 1 steht.
Die häufigsten gefäßchirurgischen Eingriffe sind die Carotissanierung durch Eversionsendarteriektomie oder (selten) durch TEA und Patch. Seit Bestehen des Zentrums haben wir 1.105 Carotissanierungen durchgeführt (Stand: Mitte November 2007). Seit 2005 versorgen wir in ausgesuchten Fällen und unbedingt leitliniengerecht Carotisstenosen auch mit Stents. Die Ergebnisse beider Verfahren sind gut, das zeigt auch die BQS-Statistik, die unten gesondert noch einmal den Überblick über das Jahr 2006 zeigt.
Im abdominellen Bereich (Aortenaneurysmen, Verengung der Aorta bzw. Beckengefäße) haben wir in dieser Zeit ca. 380 Eingriffe vorgenommen, wobei die Operation des Aortenaneurysmas mit über 100 Eingriffen pro Jahr deutlich im Vordergrund steht. Wenn möglich, führen wir die schonendere Aortenstent-Versorgung durch; dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein (Mindestabstand zu den Nierenarterien, nicht Einbeziehen der Beckengefäßgabelung etc.). Ansonsten wird konventionell operiert durch Rohrprothesen-Einsatz oder Y-Prothesen (aorto-bifemoraler Bypass oder aorto-biiliacaler Bypass).
Liegt der Durchblutungsstörung ein kombiniertes Problem zugrunde, d.h. zum Beispiel eine Verengung der Beckenstrombahn und ein Verschluss der Oberschenkelarterien, dann führen wir in einer Sitzung sowohl die interventionelle Behandlung durch PTA und Stent der Beckenregion durch als auch die Implantation des oberschenkelüberbrückenden Bypasses durch (sog. Hybrid-Verfahren).
Besondere Sorgfalt verwenden wir auf den Erhalt gefährdeter Beine. Patienten mit Ruheschmerzen oder gar Infektionen im Fuß oder Unterschenkelbereich werden in einem gemeinsamen interdisziplinären Konzept versorgt, wobei wir – wenn die konventionelle Therapie versagt – Unterschenkelbypasses implantieren, bei diabetischen Füßen auch Bypasses zu einer der Fußarterien (pedaler Bypasses). Wir verwenden hierfür entweder Kunststoffe oder aber bei jüngeren Patienten die eigene Vene, wenn sie geeignet ist. Im o.g. Zeitraum überblicken wir eine Operationsleistung auf diesem Gebiet von ca. 310 Bypasses in Ober- und Unterschenkelbereich. Die Amputationsrate konnte aufgrund kontinuierlicher Optimierung unsere Ergebnisse auch deutlich gesenkt werden.
Auf dem Gebiet der Krampfaderbildung (Varikosis) bieten wir die konventionellen Techniken an, bestehend in der Babcock–Operation („Stripping der Stammvene“) in Kombination mit der Mini-Phlebektomie. Die kosmetischen Ergebnisse sind gut, dieses Verfahren wird bisher offiziell von unserer Gefäßchirurgischen Gesellschaft auch als das allein Gültige empfohlen. Moderner Verfahren wie CHIVA und Laser haben bisher zwar keine Vergleichsergebnisse vorlegen können, werden aber von immer mehr Patienten nachgefragt. Deshalb haben wir jetzt einen Kollegen eingestellt, der diese Techniken bestens beherrscht und sie bei uns auch in die Routine-Operation einführen wird. Die Varizenoperation wird standardmäßig ambulant durchgeführt (Tagesklinik); nur bei entsprechenden Nebenerkrankungen erfolgt eine stationäre Behandlung für kurze Zeit.
Die Carotis-Operation (Thrombendarteriektomie -TEA- mit Patch oder Eversionsendarteriektomie -EEA-) ist seit vielen Jahren ein anerkanntes und vielfach abgesichertes Verfahren, um einen Apoplex zu verhindern. Dieses gilt besonders für die symptomatische Stenose im Stadium 2 (TIA). Mit der Operation gelingt eine Risikoabsenkung in 2 Jahren um 65% (NAS-CET-Studie). Aber auch die Patienten mit einer asymptomatischen, über 70%igen ACI-Stenose profitieren von einer Operation. Hierbei ist eine Risikoabsenkung innerhalb von 5 Jahren auf 3%, ohne Operation liegt sie bei 12% (ACST-Studie). Letzteres gilt aber nur bei einer Operation im Stadium 1 in einem guten Zentrum.
Alljährlich melden wir unsere OP-Ergebnisse mit einem ausgeklügelten Fragebogen an die BQS-Zentrale. Diese wertet sie aus und vergleicht sie außerdem mit 20 anderen gefäßchirurgischen Abteilungen. Die aktuelle Auswertung ist jetzt im März 2007 erschienen. Sie wertet die Patienten aus dem Jahr 2005 aus.
Wir operierten 317 Patienten (im Vorjahr 222). Patienten mit einer asymptomatischen Stenose waren der Hauptanteil (211 Patienten entsprechen 66,6%), die mit einer symptomatischen Stenose waren mit 33,4% (entsprechend 106 Patienten) vertreten. Bei der asymptomatisch einseitigen Stenose (163 Patienten) liegt das Risiko, in unserer Abteilung nach der Operation einen Apoplex zu erleiden, bei 0,9% (erwartet wird allgemein ein Bereich von < 3%). Verstorben ist in dieser Patientengruppe keiner.
Bei den Patienten mit einer symptomatischen Stenose liegt das Apoplexrisiko bei 2,6% (empfohlen < 6%). Weitere Daten: 40% der operierten Patienten waren im ASA-Stadium 3, hatten also schwere begleitende Allgemeinerkrankungen und eine entsprechende Leistungseinschränkung. Die OP-Zeit liegt im Mittel bei 36 min. Die meisten Patienten wurden mit einer EEA (89%) behandelt, nur 6,3% mit einer konventionellen TEA und Patch, 5% der Patienten erhielten ein Carotis interna-lnterponat. Die Aufenthaltsdauer lag median bei 5 Tagen. Ein operationsbedingter Nervenschaden (N. recurrens bzw. N. hypoglossus) traten bei 1,6% der Patienten auf, eine OP-pflichtige Nachblutung bei 3,8%.
Fazit: Unsere Ergebnisse sind gut und im Vergleich mit anderen Abteilungen vorzeigbar und bewegen sich im Vergleich mit den aufgeführten 20 anderen Abteilungen im oberen Drittel der Ergebnisse.
Dr. med. C. Albiker
Chefarzt der Gefäßchirurgie am Ev. Krankenhaus Hubertus
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01.07.2009