Gefäßzentrum
im
Ev. Krankenhaus Hubertus
Dr. med. Clemens Fahrig
Spanische Allee 10-14
14129 Berlin
Tel (030) 81008-223
Fax (030) 81008-135
Email
c.fahrig@ekh-berlin.de


Nochmalige Fallbesprechung kurz vor der
gefäßchirurgischen Operation Die gefäßchirurgische Abteilung ist mit der Angiologie und interventionellen Radiologie im Gefäßzentrum im Evangelischen Krankenhaus Hubertus zusammengefasst und wird interdisziplinär betrieben.
Für alle Arten der Durchblutungsstörung ist das Team im Gefäßzentrum der richtige Ansprechpartner. Hier arbeiten die Gefäßchirurgie (Chefarzt Dr. Albiker), die Innere Medizin (Chefarzt Dr. Fahrig) und die Radiologie (Dr. Meyer) in enger Absprache bei täglichen Visiten und Fallbesprechungen zusammen.
Die Kooperation der unterschiedlichen Fachdisziplinen ermöglicht auch die Kombination von interventionellen und gefäßchirurgischen Methoden, die bei bestimmten Erkrankungen die optimale Behandlung darstellt. Wir bieten daher Kombinationseingriffe wie die Ballondehnung (PTA) einer Beckengefäß-Verengung nach einer plastisch-chirurgischen Erweiterung zum Beispiel der verengten Oberschenkelschlagader („Profunda-Plastik“) oder aber den Oberschenkel-Bypass (femoro-poplitealer Bypass) an.
Die Verengung der Halsschlagader („Carotis-Stenose“) sanieren wir bevorzugt durch die Operation (Eversionsendarteriektomie). Bei Patienten mit schweren Nebenerkrankungen, die eine Allgemeinnarkose nicht vertragen, bei wieder auftretenden Verengungen („Rezidiv-Stenosen“) und auch auf besonderen Wunsch der Patienten, wird die Carotis-Stenose auch mit einem Stent versorgt. Wir haben seit 6 Jahren eine ziemlich gleichbleibende Operationszahl von etwa 300 Patienten/Jahr, die mittels Eversionsendarteriektomie und etwa 30, die mit einem Stent versorgt werden. Eine OP-Indikation besteht bei typischen Frühwarnzeichen („transitorisch-ischämische Attacke“- TIA“), aber auch bei über 70 %igen, bisher asymptomatischen Verengungen. Auch nach einem abgelaufenen Schlaganfall mit bleibender Behinderung macht es mitunter durchaus Sinn, die Ursache – also die Verengnung der Halsschlagader – im Nachhinein zu operieren, da auch diese Patienten davon profitieren.
Ein großer Teil unserer Patienten haben Veränderungen im Bereich der Bauchschlagader („Aorta“). Hier ist meistens eine sackförmige Aufweitung der Hauptschlagader unterhalb der Nierenarterien vorhanden (Aneurysma), welches wir ab etwa 5 cm Größe regelmäßig operieren, bzw. mit einem Stent versorgen, auch kleinere Aneurysmen können durchaus frühzeitiger eine Operation nötig machen. Bei der normalen Operation wird durch einen Bauchschnitt ein Teil der Hauptschlagader durch ein Kunststoffrohr ersetzt (Aortenrohrprothese). Bei der Stent-Versorgung wird von den Leistenarterien her – also ohne Eröffnung der Bauchhöhle – ein Stent-System unter Röntgensicht bis zu den Nierenarterien vorgeschoben. Dieses ist ummantelt und entfaltet sich dann nach Freisetzung von den Nierenarterien bis in die Beckengefäße hinein. Somit erreicht man ebenfalls eine Druckentlastung der durch das Aneurysma sehr dünnen Aortenwand. Dieses Verfahren führen wir jetzt seit 14 Jahren durch und haben 250 Patienten auf diese Art versorgt. Bei der normalen Operation (Aortenrohrprothese oder Y-Bypass) ist ein stationärer Gesamtaufenthalt von etwa 10 Tagen nötig, bei der Aortenstentversorgung ein Gesamtaufenthalt von etwa 6 Tagen nötig. Pro Jahr sehen wir 110 Patienten mit Aortenaneurysmen, wovon 40 % mit einem Aortenstent versorgt werden.
Seit einigen Monaten haben wir als Neuerung die laparoskopisch assistierte Aortenchirurgie eingeführt, wobei im Sinne der MIC-Chirurgie (minimal-invasive Chirurgie) eine Kunststoffprothese an die Aorta angenäht wird, so dass der entscheidende Teil der Aorten-Operation minimal-invasiv durchgeführt wird.
Langjährige Erfahrung haben wir bei Bypass-Operationen am Ober- und Unterschenkel mit eigener Vene (V.saphena in situ-Bypass) oder auch mit Kunststoff. Damit gelingt es, viele amputationsbedrohte Beine zu retten.
Patienten mit Krampfadern ("Varizen") werden bei uns stationär behandelt, wenn bestimmte Begleiterkrankungen eine ambulante Therapie nicht zulassen. Ambulant werden weitgehend Gesunde operiert. Wir führen meistens die Babcock-OP in Kombination mit einer Miniphlebektomie durch und erzielen damit gute operative und kosmetische Ergebnisse. Die Operation ist standardisiert und hat gute Ergebnisse (von unserer gefäßchirurgischen Gesellschaft – DGG – als "evidence-based-Methode" empfohlen). Da immer mehr Patienten so genannte "moderne" Operationsmethoden bei Krampfaderbildung nachfragen (CHIVA bzw. Lasermethode), bieten wir diese an und haben auch dafür einen erfahrenen Kollegen gewinnen können, der in unserem Team mitarbeitet. Wir weisen diese Patienten dann darauf hin, dass kontrollierte Studienergebnisse dieser neueren Methoden bisher nicht vorliegen. für die Laserbehandlung wird bei allgemeinversicherten Patienten auch ein Kostenbeitrag von 1.200 € nötig. Die privaten Kassen bezahlen diese Methode ohne Eigenleistung ihrer Versicherten.
Die Kooperation mit den Hausärzten ist eng und gut, da diese wissen, dass sie jederzeit ein Bett für ihren Kranken finden. Das Angio-Telefon sichert einen schnellen Kontakt zum diensthabenden Arzt in den späten Nachmittagsstunden und in der Nacht. In regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen erfahren die niedergelassenen Kollegen spezielle Problemlösungen beim arteriosklerotischen Patienten und werden über neueste Ergebnisse aus Studien und Forschung informiert.
Dr. med. Christoph Albiker
Chefarzt Gefäßchirurgie Ev. Krankenhaus Hubertus
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17.09.2009